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Korea 2013 – Tage 5 & 6: Busan

Uwes Wunsch einmal mit dem Schnellzug KTX, dem koreanischen Gegenstück zum deutschen ICE, quer durch Korea zu fahren führte uns in die Hafenstadt Busan an der Südspitze von Südkorea am japanischen Meer. Dort erwartete uns der größte Fischmarkt des Landes, ein außergewöhnliches Frühstücksbuffet und eine atemberaubende Skyline.

Die rund zweieinhalbstündige Fahrt von Seoul nach Busan verlief sehr angenehm. In Korea besteht für alle Züge eine Reservierungspflicht. Das bedeutet, dass man sich vorher auf eine bestimmte Zeit festlegen muss und in ausverkaufte Züge nicht mehr zusteigen kann. Dafür gibt es in Korea keine hoffnungslos überfüllten Abteile wie hierzulande. Mit dem Taxi fuhren wir weiter in unser Hotel direkt an den Haeundae Beach.

Der Haeundae Beach ist für Asiaten so ein bisschen das, was für uns Mallorca oder Ibiza ist. In den Sommermonaten quetschen  sich zehntausende Touristen wie Ölsardinen an den Strand, das Nachtleben ist laut und die Restaurants oft um ein Vielfaches teurer als in Seoul. Dieses populäre Viertel ist auch Hauptschauplatz des für südkoreanische Verhältnisse doch sehr aufwändigen Katastrophenblockbusters 해운대 (= Haeundae, deutscher einfallsreicher Titel: ‚Tsunami – Die Todeswelle‘), der im Jahre 2009, zwei Jahre vor dem verheerenden Tsunami in Japan, entstand und zu den zehn erfolgreichsten Filme Südkoreas aller Zeiten gehört.

Wir besuchten Busan allerdings in der Nebensaison und von Touristen oder einem Tsunami war weit und breit keine Spur und so starteten wir mit einem wunderschönen, sehr entspannenden Spaziergang an der Küste des japanischen Meeres.

Unsere Suche nach einem Restaurant mit normalen Preisen für unser Abendessen war nicht nur erfolglos, sie führte auch dazu, dass wir uns im koreanischen Rotlichtviertel hoffnungslos verirrten. Schlussendlich landeten wir bei Burger King und ahnten nicht, dass unser Frühstücksbuffet am nächsten Morgen die ein oder andere Absurdität bereit halten würde. Gemeint ist nicht das traditionelle koreanische Frühstück bestehend aus Fischsuppe, Reis, Seetang und Kimchi, das wir schon aus unserem Hotel in Seoul gewohnt waren, sondern vielmehr eine Schale mit kalten (!) Pommes Frites direkt neben den Corn Flakes oder eine Platte mit Nacho Chips mitten im Salatbuffet. Eine amüsante Vorstellung von ‚intercontinental‘.

Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum größten Fischmarkt Südkoreas, dem 자갈치 시장 (Jagalchi Fischmarkt). Hier kauft das ganze Land ein. Von kleinen Marktständen mit Klapptischen bis zu großen Markthallen ist alles vertreten und gefühlt kann man hier jede erdenkliche Sorte Fisch erwerben und vor allem riechen. Die steigenden Temperaturen zur Mittagszeit trugen ihr übriges dazu bei, dass wir es nicht all zu lange dort aushielten.

Während wir wieder Richtung U-Bahn schlenderten ertönte ein lautes Sirenensignal. Minutenlang. Während unserer Reise gab es Spannungen zwischen Nord- und Südkorea und so waren wir im ersten Moment doch etwas angespannt. Die koreanischen Mitmenschen um uns herum gingen jedoch in aller Ruhe ihrem Tagewerk nach. In der nahe gelegenen Touristeninformation erklärte man uns mit einem freundlichen Lächeln, dass es sich nur um einen Probealarm handeln würde, den man hier in aller Regelmäßigkeit durchführen würde. Anscheinend schon so oft, dass das Sirenensignal den Koreanern völlig egal zu sein scheint.

Wir zogen weiter in ein Einkaufszentrum des Megakonzerns ‚Lotte‘, das wieder als das ‚größte Einkaufszentrum Asiens‘ deklariert wurde… wie so viele andere Einkaufszentren auch. Im unterirdischen Eingangsbereich direkt aus der U-Bahn Station heraus passierten wir zunächst einen Nachbau des römischen Trevi Brunnens und machten eine kurze Pause an einem Indoor Wasserfall, auf den zu klassischer Musik Ballettaufnahmen projiziert wurden. Klassische Musik ist in Korea weit verbreitet, z.B. als Hintergrundmusik in unseren Frühstücksräumen, in den Restaurants und sogar als Signale beim Einfahren der Züge.

Unser Ausflug nach Busan und unser Aufenthalt in Korea endete mit einem Blick auf eine atemberaubende Skyline und die Gwangan Brücke. Was wir in den 6 Tagen erlebten war ein wunderschönes Land mit sehr netten, gastfreundlichen Menschen und eine gehörige Portion Exotik in vielen alltäglichen Dingen. Während ich auf die nächtlich beleuchtete Skyline von Busan schaute wusste ich, dass ich zurückkehren und mehr erfahren möchte…

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