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Korea 2013 – Tag 3: Das alte und das neue Seoul

Den dritten Tag starteten wir mit einem Ausflug in das ganz in der Nähe gelegene Altstadtviertel Bukchon. Auf dem Weg dorthin endete der tägliche Versuch eine Internet Tageskarte für unsere Handys zu kaufen dieses Mal damit, dass mich die ältere Kassiererin kurzerhand hinter die Kasse holte, damit ich selbst auf einem koreanischen Touchscreen den Tarif, den ich haben wollte, auswählen solle. Hat auch alles gut geklappt. In der Touristen Information gegenüber bekamen wir eine kleine Karte für das historische Viertel und eine Mitarbeiterin zeichnete uns einen Spaziergang ein.

Im Gegensatz zum gestrigen Museumsdorf ist Bukchon noch bewohnt. Dementsprechend gibt es viele kleine Hinweisschilder, die darauf hinweisen, dass man sich als Tourist möglichst ruhig verhält, um die Anwohner nicht zu stören. Das historische Viertel liegt zwischen den beiden größten Palästen Gyeongbokgung und Changdeokgung und besteht aus etwa 900 erhaltenen Hannoks, den traditionellen koreanischen Wohnhäusern. Seit 2001 kümmert sich auch die Stadt ganz offiziell um den Erhalt und stellt zahlreiche Subventionsmittel im Rahmen eines Renovierungsprojektes zur Verfügung, für das Seoul 2009 mit einem Preis von der UNESCO ausgezeichnet wurde.

Korea ist ein sehr bergiges Land und Seoul macht da keine Ausnahme. Bukchon liegt auf einer Anhöhe und für das anstrengende Auf und Ab wurden wir mit dem ein oder anderen schönen Ausblick über die Stadt belohnt.

Auf unserem Weg zum benachbarten Changdeokgung Palat nahmen wir einen kleinen Snack bei einer weltberühmten, amerikanischen Fast Food Kette. Zu unserer Verteidigung sei aber erwähnt, dass ich unmöglich Korea hätte verlassen können, ohne den auf die koreanischen Bedürfnisse zugeschnittenen ‚Bulgogi Burger‘ zu probieren. Bulgogi ist neben Kimchi ein Nationalgericht in Korea und zu unserer Überraschung wurde der markante süß-würzige Geschmack des koreanischen Feuerfleisches nicht nur auf Hamburger übertragen, sondern auch auf Kartoffelchips und Pizza. Für Bulgogi wird Rind- oder Schweinefleisch in Sojasauce mit Gewürzen eingelegt.

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Der Changdeokgung Palast ist die am besten erhaltene Palastanlage der Stadt und war bis 1872 Sitz der Joseon Könige, die anschließend in den wieder errichteten Gyeongbeokgung Palast umgezogen sind. Ursprünglich wurde  Changdeokgung schon 1405 erbaut. Nach Zerstörung durch die japanische Invastion wurde die Palastanlage 1598 – 1610 wieder aufgebaut.

Nach so viel Historischem machten wir uns auf den Weg auf die andere Seite des Han Flusses, um die ‚Floating Islands‘ zu besuchen. Die für umgerechnet 63 Millionen Euro künstlich aufgeschütteten Inseln sind Ergebnis eines ‚Unsere Stadt soll schöner werden‘ Wettbewerbs, der dazu beitragen sollte weitere  Erholungsmöglichkeiten entlang des Flusses abseits der belebten City zu schaffen.  In den Gebäuden sind verschiedene Restaurants, Kulturzentren und Wassersportmöglichkeiten untergebracht. Der Seouler Bürgermeister hoffte bei Eröffnung sogar, dass die schwimmenden Inseln ein ähnliches Wahrzeichen für Seoul werden, wie das Opernhaus in Sydney für Australien. Das kann ich mir allerdings kaum vorstellen. Ganz so einfach zu finden waren die Inseln nicht. Nachdem wir mit der U-Bahn auf die andere Seite gefahren sind, verliefen wir uns zunächst in einem betonsündenlastigen Stadtteil und außerdem noch in einem Wohngebiet, durch das kurzerhand eine mehrspurige Autobahn gezogen wurde. Zu Fuß mussten wir eben auch in der Mitte dieser Autobahn entlang bis unter die Banpo Brücke laufen. Ganz so spektakulär wie erwartet waren die Inseln dann leider nicht, aber wir genossen die frische Luft am Fluss und den Ausblick auf Seoul bevor wir uns auf den Weg zur angeblich größten Shopping Mall Asiens machten.

Auf dem Weg zur ‚Times Square Mall‘ machten wir einen kurzen Abstecher in den Financial District. Das Einkaufszentrum selbst ist ein riesiger Komplex aus mehreren Gebäuden mit unzähligen Stockwerken und Ebenen. Auf dem Dach gab es einen der vielen ‚Sky Parks‘, von dem man wieder einen faszinierenden Ausblick auf die typischen koreanischen Wohnblocks hatte. Ansonsten gibt es von dort nichts wirklich Spannendes zu berichten… Wir bummelten und stöberten uns durch die Geschäfte, kosteten uns ausführlich durch das Angebot koreanischer Eiskreationen von ’snow spoon‘ und verliebten uns dort in die riesigen Frozen Yoghurt Automaten, an denen man sich selbst die Becher vollzapfen konnte, die dann an der Kasse gewogen wurden.

Unser letzter Tag in Seoul hielt eine deutsche Überraschung für uns parat und wir machten einen Ausflug in die Demilitarisierte Zone, die Grenze zu Nordkorea.

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