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Batu Caves

Ich wollte mir die wichtigste Kultstätte der malaysischen Hindus ansehen und landete in absoluter Dunkelheit und dem Zuhause der seltensten Spinne der Welt. Ein Ausflug zu den Batu Höhlen.

Ich hatte nicht erwartet die Batu Höhlen (Batu ist malaiisch für ‚Stein‘) so schnell und bequem zu erreichen. Zum ersten Mal sah ich ein Foto davon auf meinem Reisekalender, den ich dieses Jahr auf meinem Schreibtisch im Büro hatte. Auf diesem Foto wirkte es so, als würden die Höhlen mit ihrer imposanten 43 Meter hohen Statue des hinduistischen Kriegsgottes Murugan in einer etwas abgelegenen Region liegen. Umso überraschter war ich, dass sich genau daneben ein Bahnhof befindet und ich mein Ziel vom Hauptbahnhof Kuala Lumpur aus bequem in knapp 30 Minuten erreichen konnte.

Die Batu Höhlen sind Kalksteinhöhlen, die seit 1892 zu eine der zentralen Kultstätten der malaysischen Hindus wurden. Im Inneren der Höhlen befinden sich mehrere Hindutempel und es werden hier wichtige Feste gefeiert.

Viel Besinnlichkeit erwartete mich jedoch nicht. Selbstverständlich sind die Batu Caves nicht nur wichtige religiöse, sondern auch wichtige touristische Stätte. Und wie überall in Kuala Lumpur erwartete mich auch hier eine Großbaustelle. Sowohl vor der Höhle als auch im Inneren.

Ich erklomm die 272 Stufen zur Haupthöhle und schaute mich um. Ergriffen hat mich dort trotz meines Faibles für große Statuen nicht viel.

Direkt neben dem Bahnhof eine Statue des hinduistischen Gottes Hanuman
Direkt neben dem Bahnhof eine Statue des hinduistischen Gottes Hanuman
Aufgang zu den Batu Höhlen mit der 43 Meter hohen Murugan Statue
Aufgang zu den Batu Höhlen mit der 43 Meter hohen Murugan Statue

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Eben nicht im Grünen sondern direkt am Stadtrand
Eben nicht im Grünen sondern direkt am Stadtrand

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Einer der Hindu Schreine im Inneren der Höhle
Einer der Hindu Tempel im Inneren der Höhle
Die Haupthöhle lässt nicht gerade viel Spiritualität zu
Die Haupthöhle lässt momentan nicht gerade viel Spiritualität zu

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Umso mehr begeistert hat mich ein Ausflug in die benachbarte ‚Dark Cave‘ – die dunkle Höhle, die nicht ohne Grund so heißt. In Vietnam hatte ich mir im letzten Jahr schon gigantische Tropfsteinhöhlen ansehen können und mir damals vorgenommen Naturphänomene öfter in meine Reisen einfließen zu lassen. Jetzt war es endlich wieder soweit und ich lies mich gerne auf dieses neue Abenteuer ein. Denn hier würden wir mit Helmen und Taschenlampen bewaffnet zu Fuß die Höhle erforschen und irgendwann einen Punkt erreichen, an dem es kein Tageslicht mehr gibt.

Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung ging es los. Unsere Führerin hatte sichtlich Freunde daran uns permanent Fotos der über 200 Tiere unter die Nase zu halten, die in diesem über 100 Millionen alten Ökosystem leben und erklärte uns, wie sich der Kreislauf des Lebens innerhalb dieser Höhle gestaltet. Oft bekamen wir die Höhlenbewohner auch live zu sehen mit Ausnahme der prominentesten von allen.

Die in der ‚Dark Cave‘ lebende ‚Falltürspinne‘ (Liphistius batuensis) gilt als die seltenste Spinne der Welt. Sie baut kein Spinnennetz, sondern ein Nest, das mit einer Tür verschlossen ist und von dem aus sternförmig Spinnfäden ausgehen. Berührt ein Insekt einen dieser Fäden wird die Spinne durch die Vibration alarmiert, kriecht aus ihrem Bau, schnappt sich ihre Beute, zieht diese ins Nest und verschließt die Tür wieder. Ist die Vibration zu stark könnte es sich um einen potentiellen Feind handeln und die Spinne reagiert nicht.

Irgendwann hatten wir den Punkt in der Höhle erreicht, an dem kein Tageslicht mehr einfällt. Wir wurden aufgefordert alle unsere Handy-, Uhren- und Kameradisplays auszuschalten, das Licht unserer Taschenlampen zu löschen und für einen Moment ganz still zu sein. Dieser Moment war eine sehr interessante Erfahrung. In absoluter Dunkelheit lauschten wir dem Leben der Höhlenbewohner. Unglaublich, dass unter solchen Bedingungen so vielfältiges Leben möglich ist. Die Natur erstaunt mich immer wieder.

Gelb: unsere 2 Kilometer lange Tour durch die Höhle. Der grüne Bereich bleibt als Schutzzone unzugänglich.
Gelb: unsere 2 Kilometer lange Tour durch die Höhle. Der braune Bereich ist in einer ausführlicheren Tour zugänglich. Der grüne Bereich bleibt als Schutzzone unzugänglich.

dscn4314 dscn4317 dscn4326 dscn4330 dscn4331 dscn4358Zurück am Tageslicht bot sich mir ein schöner Ausblick auf die Skyline von Kuala Lumpur und die für diese Höhle bekannten Makaken waren schon damit beschäftigt bei den Besuchern ihre Mittagsration einzufordern.

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5 Gedanken zu „Batu Caves“

  1. Wieder ein toller Bericht, Kim. Schon mal an dieser Stelle meinen höchsten Respekt vor Deiner Schreibkunst und der „Bebilderung“ dazu. Echt klasse. Ich wünsche Dir weitere spannende und überraschende Wege und Erlebnisse in und mit der Natur auf Deiner Reise sowie viele neue Begegnungen mit grossartigen Menschen. Schönen zweiten Weihnachtsfeiertag 😉

    1. Ich danke Dir vielmals und wünsche Dir auch schöne Restweihnachten. Hier geht gerade ein heftigstes Tropengewitter nieder. Ich genieße es von der überdachten Veranda aus 🙂

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