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TAJ!

Das Taj Mahal. Eines der Gebäude auf dieser Welt, das man bereits hunderttausende Male auf Fotos gesehen hat und das einem trotzdem die Sprache verschlägt, wenn man es das erste Mal mit eigenen Augen sieht. Harmonische Leichtigkeit mit schwerer Bedeutung. Unbeschreiblich schön.

Der Morgen begann neblig. Auf unserer Fahrt von Jaipur nach Agra konnten wir stellenweise kaum noch die Fahrzeuge vor uns ausmachen. Und je später der Morgen, desto dichter wurde der Nebel.  Das machte mich etwas nervös, weil meine Besichtigung des Taj Mahal auch in den Morgenstunden des nächsten Tages angesetzt war.

In Agra angekommen sammelten wir unseren Guide ein und auch er hielt es für eine gute Idee die Besichtigung des Taj Mahal vorzuziehen. Im Laufe des Tages wich der Nebel einem herrlichen Frühlingstag. Also im deutschen Sinne. Hier in Indien nennt man einen Sonnentag bei 20 Grad Winter.

Das Taj Mahal. Niemand von uns kann wohl zählen, wie oft er dieses Bauwerk schon auf Fotos oder in Filmen gesehen hat. Dadurch kommt es einem sehr vertraut vor und trotzdem ist es etwas Unvergleichliches so einen weltberühmten Ort zum ersten Mal mit eigenen Augen zu sehen.

Eines meiner überwältigendsten Erlebnisse hatte ich 1999 als ich zum ersten Mal den Eiffelturm in Paris mit eigenen Augen sah. Das war eigentlich schon ein Schock. Mit seiner Größe von 324 Metern steht dieses Bauwerk derart dominant über der ansonsten niedrig bebauten Stadt, dass es fast schon bedrohlich wirkt. Auch hier dachte ich, das Gebäude im Grunde schon von Fotos zu kennen.  Aber die erste Begegnung hat mich umgehauen.

Nicht viele Orte auf dieser Welt schaffen das.

Das Taj ist wieder einer dieser Orte. Und ich muss vorweg schicken, dass ich bei der Auswahl der Fotos für diesen Beitrag fast deprimiert war. Mir ist schon bewusst, dass man überwältigende Eindrücke so gut wie gar nicht auf Fotos festhalten kann, aber das hier hat eine neue Qualität. Die Bilder werden nicht annähernd dem gerecht, was ich gesehen habe.

Das Taj Mahal ist ein Grabgebäude. Ein Mausoleum, das Großmogul Shan Jahan für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal errichten ließ, die 1631 bei der Geburt ihres 14. Kindes im Alter von 38 Jahren verstarb.

20.000 Arbeiter bauten 17 Jahren an dem 58 Meter breiten und 56 Meter hohen Mausoleum, das auf einer 100 x 100 Meter großen Marmorplattform steht. Vier Minarette umgeben das Gebäude, die absichtlich leicht nach außen geneigt sind, damit sie im Falle eines Erdbebens nicht auf das Gebäude stürzen.

Jahan ließ später auch die Freitagsmoschee in Delhi errichten, nachdem ihm die Stimme Allah zornig im Traum erschienen sein soll, der beklagte, dass Jahan anstatt ihm zu Ehren seiner verstorbenen Frau solch ein gigantisches Bauwerk errichtet hätte.

Auf der anderen Seite des Flusses Yamuna, der hinter dem Taj Mahal entlang fließt, plante Shan Jahan seine eigene Grabstätte zu errichten. Er wollte das Taj Mahal exakt noch einmal bauen. Nur dieses Mal aus schwarzem Marmor. Auf die Idee soll er durch eine Wasserspiegelung gekommen sein, die das Taj Mahal schwarz erschienen ließ.

Dazu kam es jedoch nicht mehr. Sein eigener Sohn hat den Großmogul entmachtet und im benachbarten Roten Fort als Gefangener gehalten. Die letzten 8 Jahre verbrachte er in der Festung mit Blick auf das Taj Mahal, in dem er nach seinem Tod neben seiner Frau beigesetzt wurde.

Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich die Wirkung dieses großartigen Bauwerkes auf mich beschreiben soll. Der weiße Marmor, der sich von der Sonne angestrahlt vor dem blauen Himmel absetzte. Die perfekte Symmetrie des Gebäudes, die nur durch die außerplanmäßige Beisetzung des Großmoguls neben seiner Frau zerstört wurde. Und natürlich die gewaltigen Ausmaße, die trotzdem eine wunderschöne Eleganz wahren. Es kommen viele Dinge zusammen.

Worte können es schlecht beschreiben. Fotos können es schlecht festhalten. Das Taj Mahal gehört wirklich zu den Orten, die man selbst erlebt haben muss.

Das Haupteingangstor ist schon beeindruckend
Das Haupteingangstor ist schon beeindruckend

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Der weiße Marmor wird von Hand gewaschen
Der weiße Marmor wird von Hand gewaschen

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