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Korea 2013 – Tag 2: Auf den Spuren des Taekwondo

3. Mai 2013 > Im Zeichen meines 20jährigen Taekwondo Jubiläums machten wir uns nach einem späten Frühstück auf den Weg in das Kukkiwon, der Welt-Hauptzentrale meines Lieblingssportes. Einen ausführlichen Bericht über den Besuch und einige Fotos könnt ihr hier finden.

Nach einem köstlichen koreanischen Mittagessen und einem Bummel durch das lebendige Gangnam besuchten wir das  Museumsdorf Namsangol, das mitten in Seoul zeigt, wie das traditionelle Leben in Korea bis zur japanischen Eroberung im Jahre 1910 aussah. Fünf aus allen Teilen des Landes hierher verbrachte traditionelle Häuser, ‚Hanok‘ genannt, und zahlreiche Nebengebäude wurden in einem wunderschönen Park angelegt. Zum 600. Geburtstag von Seoul im Jahre 1994 wurde hier außerdem eine Zeitkapsel vergraben, die Dinge enthält, die das koreanische Leben und die Kultur widerspiegeln und erst in 400 Jahren, zum 1.000 Geburtstag der Stadt im Jahre 2394, wieder geöffnet werden soll. Eigentlich waren wir hierher gekommen, um  eine Vorführung des legendären Kukkiwon Taekwondo Demo Teams anzusehen. Allerdings stellte sich heraus, dass wir leider etwa zwei Wochen zu früh dran waren und die Shows erst Ende Mai wieder aufgenommen wurden. Stattdessen schlenderten wir über eine Art kulinarisches Festival mit Kochwettbewerb und probierten kalten Reiswein aus der Dose.

Den Abend wollte ich mit einem Jubiläumstraining in einer Taekwondo Schule begehen, die ich allerdings nicht gefunden habe. Der kleine Kreisverkehr auf dem Stadtplan stellte sich als Monster heraus und meine Wegbeschreibung als bei weitem nicht ausreichend. Ich habe über eine Stunde damit verbracht einige Hochhäuser auf meiner Suche abzuklappern, aber leider ohne Erfolg. Also kehrte ich ins Hotel zurück und Uwe und ich beschlossen einen Abendspaziergang den Cheongyecheon Fluss entlang in Richtung Dongdaemun Markt zu machen. Der Fluss war anlässlich von Buddhas Geburtstag mit prächtigen Motivlaternen vor dem illuminierten Wasserfall bestückt. Ein Stück weiter wurde auf Sprühnebel eine Lasershow zu Musik gezeigt. Andere Ecken waren ruhiger und oftmals auch romantisch. Obwohl wir am späten Abend eines Werktages unterwegs waren, konnten wir viele Grüppchen oder Pärchen beobachten, die den Tag am Fluss ausklingen ließen. Der koreanischen Trinkkultur geschuldet sind uns auffällig viele volltrunkene Personen entgegen gekommen. Viele konnten den Heimweg eindeutig nur mit nüchterner Begleitung antreten. In Seoul gibt es dafür inzwischen spezielle Agenturen, die sogar Fahrer schicken, um den Klienten mit dem eigenen Auto nach Hause zu bringen.

Der Tag endete mit einem nächtlichen Bummel über den Dongdaemun Markt. Der Begriff Markt ist dabei etwas irreführend. Es handelt sich vielmehr um einen Stadtteil, in dem in unzähligen Gebäuden über 30.000 Tag und Nacht geöffnete Modegeschäfte untergebracht sind. Und so war um Mitternacht auch mehr Trubel auf den Straßen als ich es je in einer deutschen Innenstadt erlebt hätte. Ganz Asien kommt zum Mode Shopping hierher. Da Uwe und ich mit unseren Konfektionsgrößen definitiv aus dem asiatischen Rahmen fallen, haben wir die Suche gar nicht erst begonnen. An den berühmten ‚gelben Zelten‘ schauten wir uns nach einem nächtlichen Imbiss um und schlenderten zum Namensgeber dieses Marktes: dem großen Osttor ‚Dongdaemun‘.

Am nächsten Tag besuchten wir die Altstadt von Seoul, die größte Shopping Mall Asiens und künstlich aufgeschüttete Inseln.

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